Fasching als Herzenssache ...

Seit 50 Jahren bringt der Lochauer Faschingsclub das kleine Dorf zusammen. Zum Jubiläum bereiten sich die Mitglieder im Lindenhof auf eine ganz besondere Saison vor – was ansteht.

« Der Lochauer Faschingsclub feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum.   FOTO:LFCEV »

LOCHAU/MZ. 02.02.2026 (SEBASTIAN MEYER) - Es scheint wie ein ganz normaler Abend in der Gaststätte „Lindenhof“ in Lochau. Einige Tische sind besetzt. Die Gäste essen Schnitzel, Lachs und, was die Karte sonst noch zu bieten hat. Geht man jedoch durch die Tür aus dem Restaurantbereich in den Saal, wird man mit lauter Musik begrüßt. Dort trainiert gerade die Kindergarde des Lochauer Faschingsclubs. Aus gutem Grund: Am 31. Januar begannen die alljährlichen Faschingsveranstaltungen der Lochauer Narren. In diesem Jahr sind sie jedoch etwas ganz Besonderes. Denn: Es ist die 50. Jubiläumssaison des Vereins.

„Es ist schon ergreifend, 50 Jahre muss man erst einmal schaffen“, sagt Vereinspräsidentin Diana Litsche, während sie den Kindern beim Training zuschaut. Sie selbst ist bereits seit 14 Jahren im Verein, seit zehn Jahren hat sie das Amt der Präsidentin inne. Es sei eine Leistung, wenn Vereine heutzutage so lange Bestand haben. Dies sei natürlich mit viel Arbeit und Anstrengung verbunden, „aber wir machen es, weil wir es lieben“. Umso stolzer sei sie darauf, wie der Verein mittlerweile mit seinen etwa 100 Mitgliedern aufgestellt ist.


« Bei den alljährlichen Veranstaltungen führen alle Gruppen einen Tanz auf.»

Mehr Kultur für den Ort

Dabei fing alles vor 50 Jahren noch ganz klein an. Im November 1976 habe der damalige Ortsbürgermeister ein paar Leute zusammengetrommelt, um mehr Kultur in den Ort zu bringen. So wurde aus einem Maskenball dann die Faschingsveranstaltung. Seither habe es jedes Jahr ein neues Prinzenpaar gegeben.

Ein wichtiger Meilenstein in den letzten 50 Jahren sei der Wechsel von Livemusik auf einen DJ. Es gibt jedoch auch einiges, das in den vergangenen Jahren gleich geblieben ist. So beispielsweise verschiedene Programmpunkte, nach denen die Besucher seit Jahren immer wieder fragen. Dazu zählen etwa die Märchensketche, bei denen die Geschichten hauptsächlich anhand von Musik und weniger mit Worten der Darsteller erzählt werden.

Unter anderem auf diese können sich die Besucher der diesjährigen Jubiläumsveranstaltungen natürlich auch freuen. Daneben stehen auch die Showtänze der einzelnen Garden sowie die Vorstellung des Prinzenpaares auf dem Programm. Auch die beliebten Spritzkuchen, in denen Lose versteckt sind, wird es wieder zu kaufen geben. „Nach dem Programm ist dann dolle Party“, verspricht die Präsidentin. Ein DJ wird den Besuchern dann bis tief in die Nacht hinein ordentlich einheizen.

« Bereits das 20-jährige Jubiläum wurde groß gefeiert. »

Los ging es bereits am 30. Januar – traditionell natürlich in der Gaststätte „Lindenhof“ in Lochau – mit der sogenannten Prunksitzung: „Die ist nur für geladene Gäste.“ Dazu zählen beispielsweise befreundete Karnevalsvereine, andere Vereine aus dem Dorf und Ehemalige. Die öffentlichen Veranstaltungen starteten einen Tag später,


„Wir wurden vom Ansturm auf die Karten nahezu überrannt.“

am 31. Januar. An den beiden darauffolgenden Samstagen stehen die nächsten beiden Veranstaltungen an – das war zumindest ursprünglich der Plan. Die drei Veranstaltungen waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. „Wir wurden vom Ansturm auf die Karten nahezu überrannt“, sagt Litsche. Also entschied man sich, noch eine vierte Veranstaltung am 21. Februar dranzuhängen, „um allen Stammgästen die Chance zu geben, eine Karte zu ergattern“.

« Die Faschingsveranstaltungen gehören schon immer fest zum Kalender. »

Ein eingeschworenes Team

Für die Vereinsmitglieder war die Vorbereitung dieser Feierlichkeiten mal wieder mit viel Aufwand verbunden. So werde derzeit etwa drei bis viermal die Woche trainiert. Geplant werde fast das ganze Jahr über. „Nach dem Fasching ist vor dem Fasching“, antwortet Litsche auf die Frage, wann mit den Planungen begonnen wurde. Nicht nur das Programm, sondern auch die Kostüme und vieles mehr müsse in den einzelnen Garden besprochen werden.

Die Zusammenarbeit laufe dort immer reibungslos. „Wir sind alle bereits über viele Jahre verbandelt, jeder ist hochmotiviert und zielstrebig“, sagt Litsche. Dadurch mache die Arbeit so großen Spaß: „Wir sind eine Familie, die wir uns selbst ausgewählt haben.“

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Artikel von SEBASTIAN MEYER (Mitteldeutsche Zeitung)


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